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Ein Gamechanger: Wie Künstliche Intelligenz Heizungsanlagen optimiert

Haus mit KI-gestützter Heizungsregelung

Die Wärmewende stellt die Immobilienbranche vor große Herausforderungen. Während politische Debatten und Gesetzesnovellen wie § 60b GEG die Rahmenbedingungen setzen, erfolgt die eigentliche Transformation oft unbemerkt in Heizungskellern, wo neue Technologien zeigen, dass Digitalisierung ein entscheidender Gamechanger darstellt. Wer Energieverbrauch und CO₂-Emissionen senken möchte, benötigt präzise Daten, lernfähige Algorithmen und intelligente Regelungssysteme.

Über 90 Prozent der deutschen Heizungsanlagen sind nicht optimal eingestellt. Der Energieverbrauch basiert häufig auf groben Schätzungen oder veralteten Einstellungen ohne Berücksichtigung tatsächlicher Nutzung, Gebäudephysik oder Wetterdaten. Im Kontext des Gebäudeenergiegesetzes wird das Optimierungspotenzial bestehender Heizsysteme deutlich.

Wie KI die Heizkurve dynamisch optimiert

Künstliche Intelligenz kann entscheidend weiterhelfen. Normalerweise wird eine Heizungsanlage über eine Heizkurve gesteuert, die festlegt, wie viel Wärme bei bestimmten Außentemperaturen vom Brenner erzeugt wird. Um diese Kurve einzustellen, müsste eine Heizungsfachfirma bei verschiedenen Temperaturbedingungen zum Objekt kommen und Justierungen vornehmen. Da dies praktisch nicht exakt umgesetzt werden kann, wird die Anlage so konfiguriert, dass jederzeit ausreichend Wärme bereitsteht – was zu energetischem Überschuss führt.

Die KI kann die Aufgabe der Heizungsfachfirma übernehmen. Sie ist permanent vor Ort und passt die Heizkurve zu jedem Zeitpunkt optimal an. Die KI erkennt, wenn eine Wohnung unbewohnt ist oder ein Nutzer tagsüber die Heizung ausschaltet, weil er arbeitet. So entsteht eine digitale Heizungsregelung, die Verbrauch und Komfort intelligent ins Gleichgewicht bringt.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Fehlererkennung. Die KI kann Konfigurationsfehler identifizieren. Beispielsweise kann eine falsch eingestellte Brauchwasserbereitung, bei der warmes Wasser über Bedarf bereitgestellt wird, schnell 10 Prozent zusätzliche Brennstoffkosten verursachen.

Die Vorteile auf einen Blick

  • Reduzierung von Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß
  • Automatische Anpassung an reale Nutzungsszenarien
  • Unterstützung bei ESG-Reporting und EU-Taxonomie
  • Senkung von Betriebskosten ohne Komfortverlust
  • Erfüllung gesetzlicher Vorgaben wie § 60b GEG im Gebäudeenergiegesetz

§ 60b GEG und ESG-Reporting: Pflicht wird Effizienztreiber

Mit der Novelle des Gebäudeenergiegesetzes ist die regelmäßige Heizungsprüfung Pflicht geworden – besonders für größere Mehrfamilienhäuser. Wohnungsbaugesellschaften und Portfoliomanager müssen ihre Heizsysteme nicht nur instand halten, sondern auch auf Effizienz prüfen und gegebenenfalls optimieren. Das Gesetz fordert explizit die Prüfung auf energetische Optimierung, eine Aufgabe, die durch digitale Systeme deutlich effizienter umsetzbar ist.

Gleichzeitig steigen die Anforderungen an das ESG-Reporting. Die Erhebung und Dokumentation von Verbrauchs- und Effizienzdaten rückt damit in den Fokus vieler Fonds und Portfoliomanager.

Manuelle Prüfprozesse sind zeit- und kostenintensiv und bieten keine kontinuierliche Optimierung. Digitale, KI-gestützte Systeme liefern automatisch relevante Daten und optimieren zugleich den Betrieb.

Wie ein KI-gestütztes Heizungsregelsystem aufgebaut ist

Moderne KI-gestützte Heizungsregelsysteme bestehen aus drei zentralen Komponenten:

Sensorik: Temperatur, Druck, Wärmemenge und Außentemperatur werden in kurzen Intervallen erfasst und in die Cloud übertragen.

Datenanalyse & KI-Modelle: In der Cloud laufen spezialisierte Algorithmen als sogenannte „Mixture of Experts”. Dies sind einzelne vortrainierte KI-Module oder physikalische Formeln, die sich jeweils auf ein bestimmtes Thema konzentrieren: Nachtabsenkung (oft ungenutzt, obwohl effizient), Heizkurvenoptimierung, Analyse der Brauchwasser-Steuerung sowie solare Gewinne abhängig von Lage und Beschattung.

Jeder dieser „Experten” ist darauf trainiert, ein spezifisches Optimierungsziel zu erreichen. Die Module arbeiten nicht isoliert, sondern in einer Entscheidungs-Kaskade. Jedes Modul prüft seinen eigenen Regelbereich und gibt Informationen weiter, wenn sein Optimierungsvorschlag plausibel ist. So entsteht eine flexible, modulare und präzise Heizungsregelung – abgestimmt auf reale Bedingungen.

Weitere Module können integriert werden, etwa zur Erkennung saisonaler Verbrauchsmuster oder zur Optimierung von Puffer- und Speicherstrategien oder des bivalenten Betriebs von Wärmepumpen. Diese Modularität ermöglicht schrittweise Systemerweiterungen und Anpassungen an individuelle Bedarfe.

Regelung & Rückkopplung: Die ermittelten Steuerwerte werden direkt an das Heizsystem übermittelt oder bei Bedarf manuell überprüft. Die Regelung ist modular, nachvollziehbar und jederzeit anpassbar.

Die Sensaru-Lösung: vortrainierte „Mixture of Experts”

Bei Sensaru werden Systeme entwickelt, die diesen intelligenten Regelansatz praxistauglich machen – für den Einsatz in der Wohnungswirtschaft. Das Ziel ist, Heizungen smart zu machen, ohne sie komplett austauschen zu müssen.

Die Lösung umfasst:

  • ThermaSense & Optimizer – zwei smarte Sensoren, die innerhalb einer Stunde installiert sind, ohne Eingriff in die Heiztechnik.
  • Cloud & KI-Module – die „Mixture of Experts”-Architektur wurde mit dem Institut für Regelungstechnik des KIT entwickelt und liefert robuste, vortrainierte Modelle.
  • Komplettlösung – Energiereporting, Monitoring und Alarmierung inklusive zur einfachen Einbindung in ESG-Strategien.

Laut Erhebungen können durch intelligente Regelung „Energieeinsparungen von bis zu 20 %” erzielt werden – selbst in unsanierten Bestandsgebäuden.

Vortrainiert statt selbstlernend: weniger Risiko, schneller Rollout

Selbstlernende KI-Systeme sind zwar oft leistungsfähig, liefern aber selten Einsicht in ihre Entscheidungslogik. Ein entscheidender Vorteil des Sensaru-Ansatzes liegt darin, dass die KI-Module vortrainiert sind. Dies stellt sicher, dass das Modell „rote Linien” einhält und durch die Optimierung keine Mieterbeschwerden entstehen. Bei lernendem KI-Modell kann unvorhersehbar auch wieder eine Verschlechterung eintreten.

Die Modelle werden von Spezialisten mit kuratierten Daten trainiert, die über einen definierten Zeitraum gesammelt und validiert wurden. Das hat zwei Vorteile: Diese Modelle lassen sich schneller ausrollen, da sie nicht auf eine lange Anlernphase im Betrieb angewiesen sind. Zweitens kann ein Modell durch den modularen Ansatz jederzeit durch ein verbessertes Modell ersetzt werden.

Wann lohnt sich der Einstieg?

Wenn folgende Fragen mit Ja beantwortet werden, lohnt sich der Einstieg in ein intelligentes Heizungsregelsystem:

  • Gibt es im Bestand Heizungsanlagen, die älter als 10 Jahre sind?
  • Gibt es keine oder nur unregelmäßige Verbrauchstransparenz?
  • Ist die Heizkurve der Anlagen nicht dokumentiert oder nachvollziehbar?
  • Stehen ESG-Vorgaben oder EU-Taxonomie-Anforderungen an?
  • Gibt es Druck von Mieterseite oder Politik zur Verbesserung der Energieeffizienz?

Wer die CO₂-Bilanz seines Immobilienportfolios verbessern will, kommt an intelligenter Heizungsregelung nicht vorbei. Der Einsatz von KI bietet hier eine schnelle, skalierbare und kosteneffiziente Lösung – besonders im Bestand. Ob für Nachrüstungen, ESG-Strategien oder zur Umsetzung gesetzlicher Vorgaben wie § 60b GEG: Die Kombination aus digitaler Heizungsregelung, intelligenter Steuerung und modularem System macht die Wärmewende in der Wohnungswirtschaft realisierbar. Sensaru ist überzeugt, dass die Zukunft der Wärmewende in der Cloud liegt – und beginnt mit einem präzisen Sensor im Heizungskeller.

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